Bromelain Zahnpasta: enzymatisches Whitening aus der Ananas
on August 17, 2026

Bromelain Zahnpasta: enzymatisches Whitening aus der Ananas

Wenn es um Whitening geht, denken die meisten zuerst an Peroxid, Bleaching-Strips oder abrasive Zahnpasten. Dabei gibt es auch einen ganz anderen Ansatz: Enzyme. Eines davon ist Bromelain, ein Enzymkomplex aus der Ananas, der Proteine spalten kann und dadurch oberflächliche Verfärbungen auf den Zähnen lösen kann.

Genau diese Eigenschaft macht Bromelain für die moderne Mundpflege so spannend. Statt Verfärbungen einfach mechanisch abzuschmirgeln oder Farbmoleküle mit Peroxiden zu oxidieren, setzt Bromelain an den Proteinstrukturen des Pellikels an, an denen sich Pigmente aus Kaffee, Tee, Rotwein oder anderen Lebensmitteln festsetzen können.

Und die Forschung zeigt noch eine zweite interessante Seite des Enzyms: Bromelain wird seit Jahren im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen untersucht. In Studien mit menschlichen Zahnpulpazellen konnte Bromelain beispielsweise die Bildung verschiedener entzündungsfördernder Botenstoffe reduzieren. Auch klinische Untersuchungen aus der Zahnmedizin liefern Hinweise darauf, dass Bromelain entzündungsbezogene Parameter positiv beeinflussen könnte.

Damit ist Bromelain weit mehr als nur ein interessanter Whitening-Wirkstoff: Es verbindet einen enzymatischen Ansatz gegen oberflächliche Verfärbungen mit Eigenschaften, die auch darüber hinaus für die Mundpflege wissenschaftlich spannend sind.

Was ist Bromelain eigentlich?

Bromelain wird aus der Ananaspflanze (Ananas comosus) gewonnen und ist streng genommen nicht nur ein einzelnes Enzym, sondern ein Gemisch verschiedener proteolytischer Enzyme. „Proteolytisch" bedeutet, dass diese Enzyme Proteine in kleinere Bestandteile zerlegen können.

Vielleicht kennst du diesen Effekt sogar aus einem ganz anderen Zusammenhang: Proteasen wie Bromelain werden beispielsweise in der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt, weil sie Eiweißstrukturen aufbrechen können. Genau dieser Mechanismus macht Bromelain auch für die Zahnpflege interessant.

Denn auf unseren Zähnen befindet sich nicht einfach nur blanker Zahnschmelz. Schon kurze Zeit nach dem Zähneputzen bildet sich darauf wieder der sogenannte Pellikel, ein dünner Film, der zum großen Teil aus Proteinen des Speichels besteht. Dieser Film hat wichtige Schutzfunktionen, kann aber gleichzeitig eine Oberfläche bieten, an der sich Pigmente und später auch weitere Bestandteile von Plaque anlagern.

Hier kommen Enzyme wie Bromelain ins Spiel.

Effekt 1: Enzymatisches Whitening statt einfach nur Abschleifen

Kaffee am Morgen, Matcha am Nachmittag, Rotwein am Abend: Viele Dinge, die wir lieben, können mit der Zeit sichtbare Spuren auf unseren Zähnen hinterlassen.

Bei einem Teil dieser Verfärbungen handelt es sich um sogenannte extrinsische Verfärbungen. Sie sitzen auf der äußeren Zahnoberfläche und lagern sich unter anderem in oder auf dem proteinreichen Pellikel ab.

Viele klassische Whitening-Zahnpasten versuchen, diese Beläge vor allem mechanisch über Schleifkörper zu entfernen. Bromelain verfolgt einen anderen Ansatz: Als Protease kann es die Proteinstrukturen aufspalten, an denen solche oberflächlichen Verfärbungen haften. Dadurch können die eingelagerten Pigmente leichter von der Zahnoberfläche entfernt werden.

Das Spannende daran: Die Zähne werden nicht einfach „weiß geschmirgelt". Der Ansatz ist enzymatisch.

Was zeigen klinische Studien dazu?

Eine randomisierte, dreifach verblindete klinische Studie untersuchte genau diesen Unterschied. 90 Teilnehmer:innen zwischen 18 und 40 Jahren verwendeten entweder eine Whitening-Zahnpasta mit Papain und Bromelain oder eine klassische Whitening-Zahnpasta mit abrasiven Bestandteilen.

Nach einem Monat sank der durchschnittliche Verfärbungs-Score in der Enzymgruppe von 37,24 auf 30,77. In der abrasiven Gruppe sank er von 35,08 auf 32,89. Beide Zahnpasten reduzierten die Verfärbungen signifikant. Die Forschenden kamen zu dem Schluss, dass beide Ansätze extrinsische Verfärbungen effektiv entfernen können, die enzymatische Zahnpasta in der Untersuchung jedoch die besseren Ergebnisse zeigte.

Das unterstützt die Idee, dass Whitening nicht zwingend nur über starke Abrasion funktionieren muss.

Auch neuere Forschung bestätigt das Potenzial von Bromelain. Eine 2025 veröffentlichte Laborstudie untersuchte 80 extrahierte, kariesfreie menschliche Zähne, die zuvor gezielt mit Kaffee oder einem Fruchtsaft verfärbt wurden. Anschließend wurden verschiedene enzymatische Whitening-Gele getestet.

Die Ergebnisse: Sowohl Papain als auch Bromelain konnten die Verfärbungen deutlich reduzieren. Bromelain zeigte dabei besonders gute Ergebnisse bei den durch Fruchtsaft verursachten Verfärbungen. Nach der Behandlung lag die Oberflächenrauigkeit des Zahnschmelzes in dieser Gruppe wieder nahe am Wert gesunden Zahnschmelzes.

Bromelain im Vergleich zu Peroxid

Besonders interessant ist außerdem eine 2020 in Scientific Reports veröffentlichte Untersuchung. Forschende verglichen experimentelle Whitening-Gele mit Bromelain, Papain und Ficin mit einem Gel auf Basis von 20-prozentigem Carbamidperoxid.

Im Labormodell erzielte das Bromelain-Gel eine ähnliche Farbveränderung wie das Carbamidperoxid-Gel. Gleichzeitig verursachte das Carbamidperoxid die stärkste Abnahme der Schmelzhärte und die größte Zunahme der Oberflächenrauigkeit. Die enzymbasierten Gele zeigten im verwendeten Zellmodell zudem eine Zellviabilität nahe 100 %, während das Carbamidperoxid-Gel dort einen zytotoxischen Effekt zeigte.

Natürlich lässt sich ein Laborversuch nicht eins zu eins auf die tägliche Anwendung einer Zahnpasta übertragen. Die Ergebnisse zeigen aber sehr schön, warum proteolytische Enzyme wie Bromelain als vielversprechender Ansatz für peroxidfreies Whitening erforscht werden.

Effekt 2: Bromelain kann noch mehr als Whitening

Und genau hier wird Bromelain besonders spannend.

Denn seine proteolytische Wirkung ist nicht die einzige Eigenschaft, mit der sich die Forschung beschäftigt. Bromelain wird auch im Zusammenhang mit Entzündungsprozessen und deren Regulation untersucht.

Entzündungen sind zunächst eine ganz normale Schutzreaktion unseres Körpers. Auch im Mund reagieren Zellen auf bakterielle Reize, indem sie verschiedene Signalwege aktivieren und Botenstoffe ausschütten. Dazu gehören beispielsweise die Zytokine IL-1β, IL-6 und IL-8.

Bromelain scheint mit einigen dieser Prozesse interagieren zu können.

Was passiert auf Zellebene?

Eine 2021 veröffentlichte Studie untersuchte die Wirkung von Bromelain auf menschliche Zahnpulpazellen. Dafür wurden die Zellen zunächst mit Lipopolysacchariden, Bestandteilen bestimmter Bakterien, in einen entzündungsähnlichen Zustand versetzt.

Dadurch stiegen erwartungsgemäß verschiedene Entzündungsmarker an.

Wurde anschließend Bromelain hinzugegeben, sanken die Werte von IL-1β, IL-6 und IL-8 sowie ICAM-1 und VCAM-1 signifikant. Gleichzeitig beeinflusste Bromelain zwei zentrale Signalwege, die bei der Regulation von Entzündungsreaktionen eine Rolle spielen: NF-κB sowie Teile des MAPK-Signalwegs.

Vereinfacht gesagt: In diesem Zellmodell konnte Bromelain mehrere Signale herunterregulieren, die an einer Entzündungsreaktion beteiligt sind.

Interessanterweise beobachteten die Forschenden noch einen weiteren Effekt: Bromelain erhöhte in den untersuchten Zahnpulpazellen die Aktivität der alkalischen Phosphatase und die Bildung mineralisierter Strukturen. Die Autor:innen sehen deshalb weiteres Potenzial für die Erforschung von Bromelain beispielsweise in der regenerativen Endodontie.

Auch wenn solche Zellversuche natürlich keine direkte Aussage darüber erlauben, was beim normalen Zähneputzen passiert, zeigen sie, dass Bromelain biologisch weit mehr kann als nur oberflächliche Verfärbungen zu lösen.

Was zeigen klinische Studien im Mundraum?

Besonders interessant wird es, wenn man sich nicht nur Laborergebnisse anschaut.

Eine 2023 im Fachjournal BMC Oral Health veröffentlichte doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Studie untersuchte 28 Patient:innen nach einer parodontalchirurgischen Behandlung. Eine Gruppe nahm für eine Woche täglich Bromelain ein, die andere ein Placebo.

Beim Kontrolltermin war Bleeding on Probing, also Zahnfleischbluten bei der Untersuchung, in der Bromelain-Gruppe signifikant geringer: Es trat bei 0 % der Bromelain-Gruppe und bei 35,7 % der Placebo-Gruppe auf. Bei anderen untersuchten Parametern wie Gingival Index und Plaque Index zeigten sich dagegen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Auch hier gilt: In dieser Studie wurde Bromelain oral in Kapselform eingenommen und nicht über eine Zahnpasta angewendet. Trotzdem liefert die Untersuchung einen weiteren spannenden Hinweis darauf, warum Bromelain auch im Zusammenhang mit entzündungsbezogenen Prozessen im Mund untersucht wird.

Noch näher an der täglichen Zahnpflege liegt eine randomisierte klinische Studie aus dem Jahr 2017. 52 Personen mit fester Zahnspange erhielten entweder eine herkömmliche fluoridhaltige Zahnpasta oder eine Formulierung mit Papain, Bromelain, Neem und Miswak.

Nach einem Monat lag der durchschnittliche Plaque-Index der Testgruppe bei 0,88 gegenüber 1,17 in der Kontrollgruppe. Auch der Gingival Index war mit 0,87 gegenüber 1,14 signifikant niedriger. Beide Unterschiede waren statistisch hochsignifikant.

Da die Zahnpasta mehrere aktive Inhaltsstoffe enthielt, lässt sich dieser Effekt natürlich nicht Bromelain allein zuschreiben. Die Studie zeigt aber, dass Formulierungen, in denen Bromelain und andere pflanzliche Wirkstoffe kombiniert werden, auch über reines Whitening hinaus wissenschaftlich interessant sein können.

Ein Enzym, zwei spannende Ansätze

Genau diese Kombination macht Bromelain für uns so interessant.

Auf der einen Seite ist der Mechanismus für die Mundpflege sehr greifbar: Bromelain spaltet Proteine und kann dadurch helfen, die proteinreiche Matrix zu lösen, in der sich oberflächliche Verfärbungen festsetzen. Klinische und präklinische Studien zeigen, dass enzymatische Formulierungen sichtbare Verfärbungen reduzieren können.

Auf der anderen Seite zeigt die Forschung, dass Bromelain mit verschiedenen biologischen Prozessen interagieren kann, die bei Entzündungsreaktionen eine Rolle spielen. Die Ergebnisse aus Zahnpulpazellen und zahnmedizinischen klinischen Untersuchungen machen diesen zweiten Forschungsbereich besonders spannend.

Noch lässt sich daraus nicht ableiten, dass eine bromelainhaltige Zahnpasta Zahnfleischentzündungen behandelt. Aber genau das macht die Forschung so interessant: Ein Inhaltsstoff, den man zunächst vor allem wegen seines Whitening-Potenzials kennt, zeigt Eigenschaften, die weit darüber hinausgehen könnten.

Warum wir Bromelain in Sensitive White einsetzen

Bei unserer Sensitive White nutzen wir Bromelain gemeinsam mit Papain für einen enzymatischen Ansatz gegen oberflächliche Verfärbungen.

Während die beiden Enzyme die proteinreichen Strukturen angehen, an denen sich Verfärbungen festsetzen können, übernimmt Nano-Hydroxylapatit eine andere Aufgabe: Der zahnschmelzähnliche Mineralstoff ist Bestandteil unserer Formulierung für die Remineralisierung und Pflege der Zahnoberfläche. Sensitive White kombiniert diese Wirkstoffe außerdem mit unter anderem Lactobacillus Ferment, Panthenol und Xylitol und kommt ohne Peroxid und SLS aus.

Das Prinzip dahinter ist für uns einfach: Whitening sollte nicht bedeuten, möglichst aggressiv gegen die Zahnoberfläche vorzugehen.

Stattdessen setzen wir auf eine Formulierung, bei der unterschiedliche Inhaltsstoffe unterschiedliche Aufgaben übernehmen: Enzyme für oberflächliche Verfärbungen, Hydroxylapatit für den Zahnschmelz und pflegende Komponenten für eine tägliche Routine, die sich auch für empfindliche Zähne eignet.

Und die zunehmende Forschung zu Bromelain zeigt, dass hinter dem Enzym aus der Ananas noch deutlich mehr steckt als sein Einsatz beim Whitening.

Fazit: Bromelain ist mehr als nur ein Whitening-Enzym

Bromelain zeigt ziemlich gut, wie spannend moderne Mundpflege sein kann.

Als proteolytisches Enzym kann es dort ansetzen, wo viele Alltagsverfärbungen entstehen: an der proteinreichen Schicht auf unserer Zahnoberfläche. Studien mit Zahnpasten und experimentellen Gelen zeigen, dass dieser enzymatische Ansatz sichtbare Verfärbungen reduzieren kann und machen Bromelain zu einem vielversprechenden Wirkstoff für sanftes, peroxidfreies Whitening.

Gleichzeitig beschäftigt sich die Forschung mit einer zweiten Seite des Enzyms. In menschlichen Zahnpulpazellen konnte Bromelain verschiedene entzündungsfördernde Botenstoffe reduzieren, und auch erste klinische Untersuchungen aus der Zahnmedizin liefern interessante Ergebnisse.

Sanftes enzymatisches Whitening auf der einen Seite, spannendes Potenzial für die Mundpflege auf der anderen.

Für uns ist genau das ein guter Grund, bei Wirkstoffen nicht nur danach zu fragen, was sie heute bereits leisten können, sondern auch danach, was die Forschung über sie noch herausfindet.

Entdecke Sensitive White von artem mit Bromelain, Papain und Nano-Hydroxylapatit für sanftes, enzymatisches Whitening, oder hol dir die Morgen-Abend-Routine gleich im Sensitive Bundle.